IT-Betrieb & Infrastruktur
Warum eine Standard-Schnittstelle nicht ausreichte: JTL-Wawi und HubSpot verbunden, ohne dass JTL eine brauchbare API hat

7.000 € Umsetzung, zzgl. rund 200 € für KI-gestützte Entwicklung — gegenüber 10.000–15.000 €, mit denen ein anderer Anbieter für ein reines Basis-Setup wirbt.
- JTL-Wawi (SQL)
- PowerShell
- SFTP
- Middleware-Server
- SkyVia
- HubSpot
Ausgangslage
Ein Online-Handelsunternehmen nutzt JTL-Wawi als Warenwirtschaftssystem und wollte Kundendaten laufend an HubSpot als CRM übergeben — vergleichbar mit dem, was eine REST-API normalerweise leistet. Nur: Genau diese Schnittstelle bietet JTL für diesen Anwendungsfall nicht in einer Form, die zuverlässig funktioniert.
Warum die naheliegende Lösung nicht funktionierte
Die meisten Anbieter würden hier zu einem fertigen Konnektor oder einem teuren Middleware-Abo raten. Beides löst das eigentliche Problem nicht: JTL stellt die benötigten Kundendaten nicht strukturiert genug bereit, um sie direkt automatisiert abzugreifen — und Standard-Konnektoren scheitern an genau der Stelle, an der es interessant wird: dem bidirektionalen Abgleich der IDs.
Die Lösung im Überblick
Statt auf eine nicht vorhandene API zu warten, wurde der Datenweg selbst gebaut: Die benötigten Kundendaten werden per SQL direkt aus der JTL-Datenbank gezogen, ein PowerShell-Script übernimmt Abfrage und Aufbereitung. Die Daten gehen per SFTP an einen eigenen Middleware-Server, von dort holt sich SkyVia die Daten und übernimmt den Feld-Abgleich nach HubSpot.
HubSpot vergibt eigene Record-IDs, die sich nicht aus JTLs Kundennummern ableiten lassen — diese IDs werden deshalb zurück an JTL übermittelt, damit der Abgleich in beide Richtungen funktioniert. Der gesamte Ablauf läuft automatisiert über die Windows-Aufgabenplanung — im Effekt ein Cron-Job, nur auf einem Windows-Server.
Warum das der pragmatische Weg war
Die technische Umsetzung ist bewusst Low-Level: SQL statt fertigem Konnektor, ein selbstgebautes Zwischenlager statt eines teuren iPaaS-Abos für den kompletten Prozess. Das kostet mehr Entwicklungsaufwand am Anfang — dafür bleibt die Lösung wartbar, nachvollziehbar und unabhängig von den Grenzen eines fertigen Konnektors, der bei der ID-Rückübertragung ohnehin nicht weitergeholfen hätte.
Ergebnis
Ein anderer Dienstleister warb für ein vergleichbares Basis-Standardsetup mit 10.000–15.000 €. Die hier beschriebene, technisch vollständigere Lösung — inklusive bidirektionalem ID-Abgleich, nicht nur einem einmaligen Import — kostete 7.000 € zzgl. rund 200 € für den Einsatz von KI-gestützter Entwicklung (Claude Code) in der Umsetzung.
Der Sync läuft weiterhin produktiv — die automatisierten SkyVia-Jobs sind aktiv und laufen im Tagesrhythmus.
Was das für dich bedeutet
Wenn ein Standard-Tool an der Stelle aufhört, an der es für dich interessant würde, ist das kein Grund, das Vorhaben aufzugeben — nur ein anderer Ansatz nötig. Genau solche Fälle sind unser Alltag: Lösungen bauen, die halten, auch wenn die Systeme selbst keine sauberen Schnittstellen mitbringen.

